36. 0.HTML

Title: 0.HTML
(Igor Štromajer’s first net art work)
330 files: 10.2 MB
Created: January 1996 (Ljubljana, Slovenia)
Deleted: 15 June 2011

Author: Igor Štromajer
Produced by Intima Virtual Base – www.intima.org

– 142 HTML files
– 164 GIF files
– 19 MP3 files
– 5 WAV files

Award: 3rd prize at Extension, Hamburger Kunsthalle, Hamburg, Germany, 1997. Jury: Dr. Uwe M. Schneede, Rainer Wortmann, Dellbrügge & de Moll, Valie Export, Dr. Dieter Daniels.
+ reference: Female Extension by Cornelia Sollfrank
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“Over the last few years, Igor Štromajer (Ljubljana) has developed several interactive web art projects. ‘0.html’, for example, operates with a well known repertoire from computer games and the Internet: Upon entering, the user is confronted with warning messages hinting at limited access (‘Access denied’) and is asked to enter a password. If choosing the right one, s/he is permitted access to the different levels of ‘0.html’: The Body Observation Section, The Communication Area, The Plain of Provocative Intelligence and The Archives of Conditions. All of these levels are linked to sound files. Jozip Broz Tito speaks to the nation, the US President explains the geopolitical role of the United States, Kraftwerk counts reversely and suddenly there is Neil Armstrong’s voice from the year 1969, telling about the great leap for humanity. ‘0.html’ is an archive of historical techno imagination, world politics and a grain of melancholy. At the end of the tour through this complex project, Štromajer confronts the visitor with the following words: ‘Internet is the most primitive medium ever’.”
Inke Arns about 0.HTML (Leonardo Electronic Almanach, MIT Press, 2000)

“Zu den ‘Netz-Werken’ nach meiner Definition gehoren zum Beispiel die Homepage des Kunstlerduos Jodi 25, “intima 0.html” von Igor Štromajer oder die elaborierte Site des amerikanischen Anonymus Superbad. Obwohl einige dieser Kunstler Pseudonyme verwenden (und auch auf ihren Sites oft keine Hinweise auf die Identitat ihrer Schopfer zu finden sind), sind ihre Arbeiten die identifizierbaren Werke von individuellen Kunstlern, die sich weniger fur die kommunikativen Aspekte des Internets interessieren, sondern den User mit einem in sich geschlossenen Oeuvre konfrontieren. Alle diese Arbeiten sind netz-spezifisch, das heisst, sie konnten in keinem anderen Medium existieren, weil sie – zum Beispiel – mit den technischen Dispositiven der Browser-Software und den Ubertragungsgeschwindigkeiten des Internets arbeiten. Aber sie laden nicht zum Austausch ein, und ihre Interaktivitat beschrankt sich darauf, dass sich der Benutzer per Mausklick auf verschiedene Weise durch diese Sites manovrieren kann.”
Tilman Baumgärtel über 0.HTML (Wissenschaftszentrum Berlin, 1998)

– Original URL (1996-1999): http://www2.arnes.si/guest/ljintima1/0.html
– intima.org URL (1999-2011): http://www.intima.org/0.html

# watch fullscreen + set resolution to 720p HD [how]

This video is part of the documentation project at net.artdatabase.org & www.curatingyoutube.net
title = “0.html” | creator = “IGOR ŠTROMAJER” | date of creation = “199601” | technical description of the artwork: source = “http://www2.arnes.si/guest/ljintima1/0.html” | source = “http://www.intima.org/0html/index.html” // since 1997 | type = “webpage” | type = “Interactive Resource” | content = “text/html” | archival technical info: creator = “curatingyoutube.net” | date of archiving = “20110606” | Hardware: EMULATION with Basilisk II | source = “http://basilisk.cebix.net/” computer model: Apple Macintosh Quadra 650
source = “http://en.wikipedia.org/wiki/Macintosh_Quadra” | Software: Operating System: 7.5.5 | Browser (version): Netscape Navigator (Netscape Communications®) 3.0

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Selected screenshots/fragments (click to enlarge):

[Flickr] www.flickr.com/photos/intima-photo/sets/72157626574956671/

Original instructions and credits (from 1996):

Author: Igor Štromajer
Personal Adviser: Bojana Kunst
Internet Service Provider: ARNES – Academic And Research Network Of Slovenia
Special thanks to: Steve Klink, Iowa, USA

– The Communication Area
– The Body Observation Section
– The Plain Of Provocative Intelligence
– The Archives Of Conditions

Instructions:
Designed for PC using Netscape Navigator
Resolution: SVGA 800×600 small fonts – 256 colours – 14″ monitor
Modem: 28.800 bps modem

If you use better machines (like MAC / 15″ or 17″ monitor / higher resolution) you can also enter the project – only the graphical proportions will be different.
A sound card is required. You need to have RealAudio installed on your computer. Your software must support *.au, *.ra, *.ram and *.wav sound files. If your system does not support RealAudio format, download and install the RealAudio Player before entering the project.

There is no need (in any situation) to press BACK or FORWARD on your browser inside the project. The project is self-organised to lead you safely through many possibilities. If you will not be able to find a hypertext or hypergraphic for continuation press RELOAD on your browser.

Entering the project requires the basic knowledge about browsers and Internet – but there is just one suggestion: After you have downloaded the animation and are in the process of downloading the sound file, press RELOAD on your browser to re-animate the animation. You can play the sound file again. Wait for each animation to be downloaded (Document: Done).

If you are getting any kind of error messages during the project, it’s because of your browser (task did not call WSACleanup etc.), not because of this project. In this case exit the project, restart your browser and re-enter the project again.

– List of exhibitions (until 2007): www.intima.org/exhibit.html
– List of selected related texts (until 2007): www.intima.org/archives.html

Extension, Hamburger Kunsthalle, Hamburg, Germany, 1997

Laudatio zur Preisverleihung am 14. 9. 1997

In der Logik des Mediums Internet läge es, die Preisverleihung nicht vor Ort zu machen, sondern sich online zu verabreden. Reisetickets und Kleidersorgen hätten sich erübrigt, Sie hätten zuhause bleiben können, die Preisträger in Ljubljana, New York und Berlin; Herr Schneede hätte mittels Inter Relay Chat der Presse Rede und Antwort gestanden, die Preisgelder wären per online-banking überwiesen worden und wir würden jetzt ungekämmt in unseren Pyjamas vor dem Terminal sitzen, um die Laudatio rüberzuladen.

Ein Vorteil des face-to-face-meetings ist, daß unsere Neugier befriedigt wird. Zwei der vier Preisträger waren keinem der Jurymitglieder bekannt. Daß Kommunikation und Interaktion auseinanderfallen, ist jedoch kein Novum des Internets, sondern bereits seit Einführung des Privatpostsystems 1712 der Fall.

Nicht das Netz strebt ins Museum, sondern das Museum zum Netz. Während Kunsthistorische Institute, Bibliotheken und Museen von St. Petersburg bis Florenz das Internet zur Effizienzsteigerung einsetzen, versucht das Museum gleichzeitig, das Zeitgeist-Phänomen Internet mit seinem sich rapide verändernden Charakter zu erfassen. Häufig beschränkt sich die Präsenz der Museen im Netz auf bloße Öffentlichkeitsarbeit.

In den Begriffen von Lager und Depot lassen sich jedoch terminologische und inhaltliche Analogien zum Speicher des Netzes finden, anhand derer Fragen der Selektion, Präsentation und Archivierung von Werken am Sonderfall Netzkunst neu aufgerollt werden können. Das Museum mit seinem hierarchischen und historischen Ordnungssystem ist im Netz mit Wucherungen konfrontiert, die eher unmittelbaren Anforderungen und Bedürfnissen entspringen, als einem übergeordneten Prinzip. Die Hamburger Kunsthalle läßt sich mit der Extension in den Datenraum auf ein Experiment ein.

Funktioniert der Transfer von “Netzkunst” in den musealen Kontext und geht damit die traditionelle Nobilitierung des ausgewählten Werkes einher? Werden einzelne Projekte durch das spektakuläre Ereignis eines Wettbewerbs im Datendschungel fokussiert, wo es bisher kaum möglich ist, aus der Menge der Informationen sinnvoll zu selektionieren und intelligent zu navigieren?

Das Netz hat eine community mit eigenen Parametern und medienimmanenten Formen der Veröffentlichung. Überschneidungen mit der Kunstszene und dem aktuellen Kunstdiskurs bestehen nur bedingt. Projekte, die diese Schnittpunkte markieren und sich an der Spezifität des Netzes entzünden, gehören für den Flaneur im Internet zu den schönsten Entschädigungen für schlecht programmierte Seiten, lange Ladezeiten, redundante Layouts und absehbare Inhalte. Statt zum Surfen auf der Oberfläche motivieren diese Projekte eher zum Verweilen und zum Ausloten der Komplexität ihrer Anlage. Vier dieser Projekte werden heute prämiert.

[…]

3. Preis:
Igor Stromajer: “0.html”

Stößt man auf Igor Stromajers Seiten, hat man sich bereits auf ein Computerspiel eingelassen. Die Mischung von Verführung und Herausforderung garantiert, daß man das Labyrinth so schnell nicht wieder verläßt. Der Spaziergang durch die vier Segmente “The Communication Area”, “The Plain of Provocative Intelligence”, “The Body Observation Section” und “The Archives of Conditions”, kann jedes Mal anders aussehen. “0.html” ist das einzige der gewählten Projekte, das eine in sich geschlossene Welt konstruiert und auf ein Interface zur analogen Realität verzichtet. Gleichwohl adressiert Stromajer den Betrachter wie der allwissende Romanautor, erteilt Verhaltensregeln und gute Ratschläge und bietet im Kommunikations-Sektor darüber hinaus die Möglichkeit eines Online-Treffens an. Stromajer benutzt ein Repertoire, das aus dem Umgang mit Computerspielen und Internet vertraut ist: limitierter Zugang, Paßwörter, Aufgaben, deren Lösung den Spieler auf die nächsthöhere Ebene befördern. Zur Komplexität trägt bei, daß Stromajer andere Internetquellen anzapft und beispielsweise ein Soundarchiv angelegt hat, bei dem man direkt mit Tondokumenten der BBC, der Nasa, verschiedener Universitäten verlinkt wird und noch einmal den legendären Worten Neil Armstrongs beim Betreten der Mondoberfläche und anderen historischen Persönlichkeiten lauschen kann.

[…]

Um mit dem Satz zu schließen, mit dem Igor Stromajer die Besucher aus seinem Projekt entläßt: “Internet is the most primitive medium ever.”

Dellbrügge & de Moll

The Leonardo Gallery
2000 Leonardo New Horizons Award Finalist

Igor Stromajer
www.leonardo.info/gallery/gallery343/stromajer2.html

Stromajer’s artworks have included street performances, time-based net art projects and Internet movies as well as “megapathetic symphonies” and digital art. His recent navigational digital web movie, sprinkling menstrual navigator [shown right and below] combines movies with written instructions that are alternately philosophical (“enjoy your sadness”), pragmatic (“enter by clicking enter signs”), or a synthesis of the two (“free your mind and the rest will follow”). The viewer then manipulates the work by clicking on individual film sequences. The resulting “short stories” rely on popular culture and individual (subjective) associations to create their full content.

Other of Stromajer’s recent projects also use the tools and the potential of the Internet (design, interactivity, connectivity, delay) to create conceptual art. The artist’s earlier web piece 0.html uses a format basic to many computer games (password demands, warning signs, game-level choices) to lead to various facets of the work, each with a sound file: Tito addressing his nation, a U.S. president discussing the role of the United States in world politics, Neil Armstrong’s voice extolling his great leap for mankind as he lands on the moon, etc.” At the end of the project, Stromajer leaves the visitor with the rather perplexing statement: “Internet is the most primitive medium ever.” Andreas Broeckmann has called 0.html “an archive of historical techno-imagination, world politics and a grain of melancholy.

–Barbara Lee Williams,
Leonardo/ISAST Awards
Committee chairperson

New Horizons Gallery: http://www.leonardo.info/gallery/gallery343/nh00.html
gallery entrance: http://www.leonardo.info/gallery
Leonardo On-Line: http://www.leonardo.info
Leonardo On-Line © 2001 ISAST
http://leonardo.info

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Screenshot: http://www.hamburger-kunsthalle.de/_aext/preis.htm
[original website deleted in June 2011 by the Hamburg Kunsthalle]

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Kunst aus dem Netz

“Es war ein Experiment, und selbst manches Jury-Mitglied dieses weltweit bislang einmaligen Wettbewerbs war anfangs skeptisch: Gibt es Kunstwerke, die für das Internet spezifisch sind, also nur dort existieren können?”

+ SPIEGEL SPECIAL 10/1997

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The Leonardo Gallery: 2000 Leonardo New Horizons Award Finalist
Igor Stromajer: www.leonardo.info/gallery/gallery343/stromajer2.html
[Screenshot]

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